Medienpädagogische Seminarwoche

Im Rahmen meines Lehrauftrags an der Fachschule Heidelberg habe ich zusammen mit den Schülerinnen und Schülern des Oberkurses eine medienpädagogische Seminarwoche gestaltet. Die Woche verging wie im Flug, was nicht zuletzt auch dem prallen Stoffplan zu verdanken war.

Nach einer kurzen Einführungsrunde ging es Montags gleich zur Sache: es standen die entwicklungspsychologischen Grundlagen der Medienrezeption und -sozialisation als erstes Thema des Tages auf dem Programm. Eingeleitet von einer Auseinandersetzung mit bewahrpädagogischen Ansätzen der Medienerziehung wurde das Konzept der handlungsleitenden Themen bearbeitet. Schließliche wurden zwei Kinderfernsehsendungen aus der Perspektive des bisher Gelernten auf Ihre Eignung für Kinder verschiedenen Alters analysiert, dabei entwickelten die Schülerinnen und Schüler Qualitätskriterien für Kinderfernsehen.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen des Themas Computerspiele. Mit der Hilfe einiger Schüler hatte ich am Vortag ein lokales Computernetzwerk aufgebaut. Nach einer theoretischen Einführung in die Faszination und Wirkungsweisen von Bildschirmspielen folgte die Auseinandersetzung mit zwei Texten, die jeweils einen Standpunkt der beiden Enden des Meinungskontinuums in der sogenannten „Killerspieldebatte“ illustrierten. Vor diesem Hintergrund hatten die Schülerinnen und Schüler dann endlich Gelegenheit, Computerspiele am eigenen Leib zu erfahren. Neben einem Vertreter der berüchtigten „Killerspiele“ konnten die  Seminarteilnehmer auch ein Rennspiel sowie ein Vertreter des Genres „Echtzeit-Strategie“ ausprobieren. Die Erfahrungen wurden in einer dem jeweiligen Spiel angeschlossenen Plenum diskutiert.

Auch der Mittwoch war noch vom Thema Computerspiele geprägt: Das neue Phänomen Computerspielsucht wurde zunächst von mir ausführlich vorgestellt. Durch die Kürze des Schultages war es numehr möglich, den Film „BenX“ anzuschauen, der nicht nur das Thema Computerspielsucht anspricht, sondern durch die Behandlung des Themas „Cyber-Mobbing“ eine thematische Brücke zum Stoff des kommenden Tages darstellte.

Zu Beginn des Donnerstags stand die Diskussion des Films vom Vortag an. Ausgehend vom Phänomen des „Cyber-Mobbing“ erfuhren die Teilnehmer von den Gefahren und Chancen des Internets, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Anwendungen und Diensten aus dem Web 2.0. Datenschutz war jetzt das große Thema. So konnten die erstaunten Schülerinnen und Schüler erfahren, wie einfach es ist, personenbezogene Informationen unter Zuhilfenahme von google oder spezialisierter Suchdienste aus den Weiten des Web zu filtern.

Der letzte Tag der Woche war ganz der Praxis gewidmet: Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten in Gruppen eigene Konzeptionen für medienpädagogische Projekte im Kontext der Heimerziehung. Die kreativen Ideen wurden danach im Plenum diskutiert und so konnte gemeinsam wichtiges Grundlagenwissen für die Planung und Durchführung von Projekten gesammelt werden. Zum Wochenabschluß hatte die Teilnehmer der Seminarwoche dann die seltene Gelegenheit, einem Mann aus der Praxis der Jugendmedienarbeit „Löcher in den Bauch“ zu fragen: Ein Gründungsmitglied und Mitarbeiter der Abteilung Jugendförderung des Jugendamts Mannheim präsentierte das Projekt „Mannheimer Jugend Online“ (MAjO) und stellte sich danach bereitwillig den vielen Fragen der Schülerinnen und Scchüler. Nach einer abschließenden Feedbackrunde durften die Teilnehmer nach einer anstrengenden Seminarwoche endlich in ihr verdientes Wochenende gehen.

Die Seminarwoche hat mit insgesamt viel Spaß gemacht und war für mich ebenso lehrreich wie für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler.