Elternabend an der IGS Kandel: Handy und Jugendmedienschutz

Im Rahmen des Projekts „Medienkompetenz macht Schule“ fand gestern ein Elterninformationsabend an der IGS Kandel statt. Anlass war ein Fall von Happy Slapping bzw. die Weitergabe intimer Fotos und Filme durch junge Mädchen. Als geladener Referent bin ich auch auf diese Vorfälle eingegangen, allerdings ging es mir in der Hauptsache darum, ein differenziertes Bild von den Chancen und Risiken des Mediums zu zeichnen. Außerdem habe ich versucht, Impulse für einen konstruktiven Umgang mit dem Handy im Schulalltag zu geben.

Leider war die Teilnehmerzahl eher gering ausgefallen, was wohl auch maßgeblich durch den massiven Wintereinbruch und den entsprechenden Zustand der Straßen mitverursacht wurde. „Leider“, weil ich mit Vorwissen um die Teilnehmerzahl die Gelegenheit genutzt hätte, die Veranstaltung praxis- und erlebnisorientierter auszurichten. Die Tatsache, dass auch Schüler anwesend waren, hat mich sehr gefreut und hätte bei einer Veranstaltung mit Workshop-Charakter sicherlich einen lebendigen Abend garantiert.

Bedauerlicherweise verließ die anwesende Presse kurz nachdem ich meine Ausführungen zu den (Lern-)Chancen des Mediums Handy begonnen hatte den Saal. Bleibt zu hoffen, dass sich die Berichterstattung später nicht nur auf die „spektakulären“ Phänomene wie Happy Slapping, Snuff oder Tasteless-Content beschränkt.

Zum Schluss des Abends wurde von allen Anwesenden das weitere Vorgehen beraten und man kam überein, dass Thema in Zukunft verstärkt zu bearbeiten. Durch die Partizipation aller betroffenen Parteien kann eine nachhaltige Lösung erreicht werden, die über ein simples Handyverbot konstruktiv hinausgeht. Einig war man sich auch, dass man in der heutigen konvergenten Medienwelt das Handy nicht gesondert betrachten kann, sondern insbesondere übergreifende Kompetenzen vermitteln muss- zur Sprache kam in diesem Zusammenhang das Phänomene wie etwa Soziale Netzwerke und Cyber-Bullying. Die Frage, die dabei immer auch mitschwingt lautet: Wie möchten wir miteinander umgehen?

Was die Heimfahrt betraf, war dies sicherlich einer der abenteuerlicheren Elternabende, die ich als Referent bestritten habe: Fünf Zentimeter Schneedecke und auf der A65 und dichtes Schneetreiben auf dem gesamten Heimweg machten meine Heimfahrt zu einer anstrengenden und bisweilen heiklen Angelegenheit.