CCC@WCG: Vortrag und Podiumsdiskussion

Zur Zeit finden die World Cyber Games in Köln statt, das weltweit größte Ereignis im eSport (→Was ist das?). Hier treffen an mehreren Tagen hunderte der besten Computerspieler weltweit aufeinander. In verschiedenen „Disziplinen“ werden Weltmeister gekürt.

Im Rahmen dieses Events fand auch erstmal der Computerspiele Camp(us) Cologne (CCC@WCG) statt. Bei dieser Begleitveranstaltung fanden viele Fachvorträge, Präsentationen von Projekten und Diskussionen rund um das Thema Computerspiele statt.

Es gab außerdem eine Podiumsdiskussion zum Thema „Spielregeln für Online-Games: Wo der Jugendschutz gefragt ist“. Geladen waren hochrangige Vertreter der Jugendmedienschutzbehörden sowie Vertreter aus Psychologie und Pädagogik bzw. der Computerspiele-Industrie. Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Christian Stöcker von Spiegel ONLINE.

Meine Aufgabe war es, in einer vorausgehenden Präsentation aktuelle Problemlagen des Jugendmedienschutzes anhand konkreter Beispiele aus dem Computerspielebereich vorzustellen. Meine Schwerpunkte in diesem Vortrag waren sogenannte Casual Games und die immer zahlreicher werdenden kostenlosen Spielportale, sowie das Steam-System von Valve Software, ein Programm zum Kaufen, Spielen und Warten von Computerspielen der Firma. Auch Online-Rollenspiele kamen kurz zur Sprache.
Mein Ziel war es dabei, wertungsfrei und ohne erhobenen Zeigefinger darzustellen, dass der Jugendmedienschutz in Deutschland aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Computerspielebereich an seine Grenzen stößt: Denn wo auf Seiten der Computerspiele eine immer stärker werdende Integration bzw. Konvergenz von Anwendungen und Diensten innerhalb der Spiele zu beobachten ist, ist der Jugendmedienschutz in Deutschland dagegen unverzahnt: So ist es in den als Rechtsgrundlage geltenden Gesetzen festgelegt. Daher muss der Jugendmedienschutz neue Wege gehen und ebenso vielfältige Instrumente entwickeln wie Ansatzpunkte dafür finden. Die übergreifende Koordination und Zusammenarbeit untereinander, aber auch mit nicht behördlichen Akteuren ist dabei unerläßlich.

Leider war die anschließende Diskussion nicht so fruchtbar, wie ich es mir erhofft hatte. Auch aus den Reihen des Publikums gab es hinterher etliche sehr kritische Stimmen zum Verlauf der Diskussion. Trotzdem war es eine spannende Veranstaltung, die hoffentlich nicht die einzige ihrer Art bleibt. Besonders die Nähe zur Realität im Sinne jugendlicher Alltagswelt war eine einzigartige Chance- Die rund 800 Spieler aus aller Welt traten in der Nachbarhalle gegeneinander an. Leider hatte ich trotzdem das Gefühl, dass CCC@WCG recht isoliert war. Es waren an allen drei Tagen wichtige Menschen und Entscheidungsträger aus vielen Einrichtungen und Behörden anwesend- wie viele sich wohl zu den „Zockern“ verirrt haben?

Nachtrag: Einen Artikel zu der Veranstaltung findet sich bei funkfenster!

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